Direkt zum Hauptbereich

Posts

September

  Über unser Zuhause Teil 3 von Katharina Kumeko  ONsüd-Bild: Pokojski Unterwegs trafen wir auch ein junges Ehepaar mit Kind, das mit Pferd und Wagen auf der Reise nach Schweden war. Sie zogen von Markt zu Markt, und der junge Mann verkaufte Lederarmbänder und anderes aus Leder. Ein weiteres Ehepaar war unterwegs durch ganz Europa. Einzig mit einem Kombiauto, dessen Ladefläche sie als Bett benutzten. Sie waren bei weitem nicht mehr jung, sondern schon ziemlich ergraut. Ich sprach mit der Frau, sie waren Holländer, die noch was von der Welt sehen wollten - unkompliziert und wagemutig. So gibt es viele, die ihr Zuhause- ein Haus, eine Wohnung- mit einem fahrbaren Untersatz tauschen. Und das nicht, weil sie müssen, sondern einzig aus Erlebnishunger. Und weil ihr Zuhause nicht ortsgebunden ist. Sie erleben eher die ganze Welt als ihr Zuhause. Sie folgen ihrer inneren, uralten Programmierung aus Steinzeittagen.
Letzte Posts

August

  Über unser Zuhause Teil 2 von Katharina Kumeko ONsüd-BIld: Pokojski Es gibt ein interessantes Buch über das, was uns unser Haus, unser Zuhause erzählen kann und was es eigentlich ist: Ich denke da an Bill Brysons Buch “Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge“. Bill Bryson zeigt uns darin unser Heim, wie wir es vorher noch nie betrachtet haben. Viele Menschen erwerben ein Haus, das bereits steht, oft seit mehreren Jahrzehnten, manchmal seit fast einem Jahrhundert. Oft machen sie sich nicht die Mühe, einmal nachzuforschen, was mit den Räumen in ihrem Haus geschah. Bill Bryson hat sich in seinem Buch mit jedem seiner Räume in seinem neuerworbenen Pfarrhaus von 1850 beschäftigt und Erstaunliches - auf über 500 Seiten - zutage gefördert. Man denke nur an Tapetenschichten, wenn man beginnt, beim Renovieren alte Tapeten abzukratzen. Was mag da nicht alles zutage treten? Oft kommen Muster zum Vorschein, die man aufgrund der Farben oder Formen ganz deutlich einer Zeitepoche zuordnen k

Juli

Über unser Zuhause Teil 1 von Katharina Kumeko ONsüd-Bild: Pokojski Jeder Mensch lebt in einem Zuhause - entweder in einem alten Haus oder einem Neubau oder einer Mietwohnung. Manche sogar nur auf einem Campingplatz in einem Caravan. Und es gibt nicht wenige, die ab einem bestimmten Alter ihr Haus und Hab und Gut verkaufen, mit dem so erworbenen Geld einen alten, segeltüchtigen Kahn erwerben und mit diesem jahrelang um die Erde segeln und ihr Zuhause gegen dieses nun zwar beengte, doch bewegliche Schiff eintauschen. Es gibt etliche, die es vorziehen, dieselben Touren zu Lande mit ausgebauten oder fertigen Reisemobilen zu machen. Kurz gesagt, „sesshaft“ kann man eigentlich überall werden. Und wer einmal die Freuden des Wenig-Besitzens erlebt hat, und das immense Freiheit- und Lebendigkeits- Gefühl beim Nomadenleben, ob per Wasser oder zu Lande, der wird diese Form des Wohnens nicht so schnell wieder aufgeben wollen. Wir, mein Mann und ich, sind monatelang mit unserer damals gerade e

Juni

  ONsüd-Bild: Sebastian Pokkojski Über Stille von Katharina Kumeko Wir leben in einer immer lauter werdenden Welt, in der Stille echte Mangelware geworden ist. Erwähnt man das Wort „ Stille“, denken viele: „Bloß nicht! Dabei kommen ja merkwürdige, unerfreuliche Gedanken in mir hoch!“ Ist es nicht so? Also, schnell das Radio einschalten, der Alexa eine Playlist angeben… nur schnell irgendetwas hören, damit die eigenen Gedanken übertönt werden. „Was soll's?! Schadet doch nicht! Oder? Musik macht doch fröhlich, oder nicht?“ bekommt man in solchen Fällen zu hören. Ja, Musik kann fröhlich machen. Natürlich! Aber warum, um alles in der Welt, sind viele Menschen nicht mehr dazu willens, die eigenen Gedanken im Kopf und Stille zu ertragen? Sondern ziehen es vor, musikalisch meist anspruchslose Musik, ständig unterbrochen von halbstündlichen Katastrophennachrichten oder Werbeslogans zu hören? In sich aufzusaugen? Ihre Seele, ihr Innerstes damit zu fluten und überfluten? Was ist daran sch

Mai

  Über das Briefeschreiben ONsüd-Bild: Daniel Osthues von Katharina Kumeko Einen netten, aufmunternden Brief, mit der Hand geschrieben - mit einem guten Federhalter und Tinte auf Briefpapier - wann bekommt man so etwas noch? Leider ist derlei vollkommen aus der Mode gekommen. In Zeiten des allgegenwärtigen Smartphones mit seinem WhatsApp oder Signal - (um nur zwei Anbieter zu nennen) - erscheint es vielen Menschen total unnötig, jemandem handschriftlich einen Brief zu schreiben. Unlängst fand ich auf Facebook die Feststellung, „dass “- sinngemäß- „die nächsten Generationen vergeblich nach, - mit roten Seidenbändchen verschnürten Liebesbriefen auf Dachböden - suchen würden, denn wie ließen sich WhatsApp-Nachrichten, verschnürt in Seidenbändchen, auf Dachböden hinterlegen?“ Die Antwort lautet: Gar nicht! Das ist jedoch nicht das einzige Manko. Auch wenn wir noch so viele Smileys und Emojis zur Auswahl haben, ersetzen diese wirklich unsere sorgfältig formulierten Sätze, die wir auf

Ostern 2022

 "Der Karfreitag geht zu Ende. Ostern dauert an."  Ernst R. Hauschka  In diesem Sinn wünschen wir unseren Leser*innen ein frohes und friedvolles Osterfest. ONsüd-Bild: Kathrin Osthues

April

Über Wetterbeobachtungen ONsüd-Bild: Sebastian Pokojski von Katharina Kumeko Mittlerweile bin ich im Bekanntenkreis dafür bekannt, ganz passabel das örtliche Wetter vorhersagen zu können. Natürlich habe ich keine Hellseher-Veranlagung. Und natürlich wird es durch den seine Position verändernden Jet-Stream mittlerweile schwieriger, Wetterlagen sicher im voraus zu bestimmen. Alte Bauernregeln scheinen teilweise ihre Gültigkeit verloren zu haben. Unser Wetter, so wie wir es noch als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kannten, gibt es kaum mehr. Es hat sich grundlegend verändert und wird sich weiter verändern. Aber Wolken, Windrichtung und Luftdruck wird es weiterhin geben, sie sind sichtbar und spürbar und mit diesen Parametern lässt sich das Wetter für die nächsten 24 bis 48 Stunden gut bestimmen. Es gibt bestimmte Wolkenformationen, die stets das Gleiche bedeuten. So wie ja die dunkle, drohende Gewitterwolke von Blumenkohl-ähnlichem Aussehen fast allen Menschen als sicherer Gew